Wespen und Hornissen

Wespen und die Europäische Hornisse (genau genommen gehören Hornissen zur Familie der Wespen) erfüllen eine sehr wichtige und nützliche Rolle in unserem Ökosystem und stehen daher unter Naturschutz.  Europäische Hornissen stehen sogar unter besonderem Artenschutz. Lediglich die eingeschleppte und äußerst invasive und schädliche Asiatische Hornisse (Vespa Velutina, siehe weiter unten) muss offensiv bekämpft werden.

Häufig wird die Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Wespen- und Hornissennestern und aktuell in Bezug auf die Vespa Velutina  auf die örtlichen Imkervereine verwiesen. 

Primärer Zweck unseres Vereines ist die Pflege unserer Bienenvölker und die Förderung der Bienenzucht. Die Umsiedlung oder Bekämpfung von Wespen- und Hornissennestern ist nicht Aufgabe unseres Vereines. Im Zusammenhang mit Wespen und Hornissen und insbesondere der Vespa Velutina steht der effektive Schutz unserer Bienenvölker im Vordergrund unserer Überlegungen und Tätigkeiten. 

Gerne aber geben wir Ihnen aber auf dieser Seite einige Informationen und Ratschläge zum Umgang mit Wespen und Hornissen.

Die meisten Wespen sind für Menschen ungefährlich und belästigen sie auch nicht, wie z. B. die oben abgebildete Feldwespe (Polistes dominula). Nur zwei der in Deutschland heimischen sozialen Wespenarten, die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) gelten als lästig, da sie auch an süsse Getränke, Kuchen und Grillgut gehen.

Bei Problemen wenden Sie sich bitte  an zertifizierte,  meist ehrenamtlich tätige Wespen- und Hornissenberater oder professionelle Schädlingsbekämpfer. Die Kontaktdaten erhalten Sie über das Naturschutztelefon der Unteren Naturschutzbehörde, d. h. dem Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises:

Telefon: 02241 - 13 3900 oder per Mail: naturschutztelefon@rhein-sieg-kreis.de

Sollte es unumgänglich sein, ein Nest zu entfernen, so muss dies bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt werden. Die Umsiedelung oder Beseitigung des Nestes muss durch eine zertifizierte Fachkraft erfolgen. Das unbefugte Entfernen oder Zerstören eines Nestes kann mit empfindlichen Bußgeldern bestraft werden. 

Als Imkerinnen und Imker sind wir zwar den Umgang mit stachelbewehrten Insekten gewohnt, dürfen aber - ebenso wie Sie - Nester nicht entfernen oder umsiedeln.

Verlassene Nester können Sie einfach hängen lassen. Sie werden in der Regel nicht wieder neu von Wespen besiedelt und dienen gelegentlich als Unterschlupf für andere Insekten. Wenn Sie sicher sind, dass sie wirklich leer sind, was in der Regel im späten Herbst der Fall ist, können Sie sie ohne Sondergenehmigung selbst entfernen.

Weitere Informationen zu Wespen und vieles anderes mehr finden Sie auf den Seiten https://www.aktion-wespenschutz.de/Startseite/START.HTM oder beim Naturschutzbund Berlin: https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/arten/hautfluegler/wespen/

Asiatische Hornisse
Vespa Velutina

Im Jahr 2004 kam in Marseille mit einer Schiffsladung Tonwaren eine Königin der aus Südostasien stammenden Vespa Velutina (Bild unten) an. Seitdem breitet sich die Vespa Velutina in Europa unaufhaltsam weiter aus. Im Jahr 2014 trat sie erstmals im Südwesten Deutschlands, 10 Jahre später, im Jahr 2024 erstmals in Neunkirchen-Seelscheid auf. 

Vespa Velutina (Asiatische Hornisse)

Die Vespa Velutina (Bild oben) ist etwas kleiner und dunkler als die Europäische Hornisse (Vespa Crabro, Bild unten). 

Vespa Crabro (Europäische Hornisse)

Dort, wo sich die Vespa Velutina bereits etabliert hat,  tritt sie deutlich häufiger auf als die Vespa Crabro. So baut die Vespa Velutina ca. 10 Nester/km2 mit einer Volksstärke von 1.000 bis 2.500 Hornissen/Nest während die Vespa Crabro nur ca. ein Nest/km2 mit ca. 400 - 700 Hornissen/Nest errichtet.

Darüber hinaus ist sie eine geschickte Jägerin und braucht viel Nahrung, um ihre Brut aufzuziehen. So benötigt alleine ein Volk der Vespa Velutina pro Jahr ca. 11 kg Insektenmasse, vorzugsweise Bienen, um die Brut erfolgreich aufzuziehen.

Die Vespa Velutina befährdet damit unsere Bienenstände, ist aber nicht nur ein Problem für uns Imkerinnen und Imker. Wenn keine Bienenstände in der Nähe sind oder diese gut geschützt sind, nutzt die Velutina andere Nahrungsquellen. Ihr hoher Nahrungsbedarf gefährdet unsere heimische Insektenwelt, darunter auch geschützte Arten. Dies hat auch negative Auswirkungen auf unsere heimischen Vogelarten, da deren Nahrungsgrundlage reduziert wird. Damit gefährdet die Velutina die gesamte Biodiversität in unserer Region!

Darüber hinaus können insbesondere die in Bodennähe befindlichen Primärnester auch für die Bevölkerung gefährlich werden. Der Stich der Vespa velutina ist ähnlich  gefährlich wie der Stich unserer heimioschen Wespen und der Europäischen Hornisse. Allerdings ist die Velutina bei der Verteidigung ihrer Nester deutlich aggressiver als ihre europäische Verwandte. Von einem Nest sollte daher mindestens 10 Meter Abstand gehalten werden.

Die Vespa Velutina wird in Deutschland nicht mehr ausgerottet werden können und sich weiter verbreiten. Die Eindämmung der Vespa Velutina ist aber durchaus möglich und muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger im Interesse  des Naturschutzes verstanden werden.

Primärnest der Vespa Velutina

Im Frühjahr errichtet die Königin ein kleineres Primärnest in Fußballgröße meist in geschützten Bereichen (Hecken, Büsche, Gartenhaus, Schuppen etc.) in Bodennähe. Dieses ist unten geschlossen und hat das Flugloch seitlich. Die Europäische Hornisse dagegen hat das Flugloch unten.

Sekundärnest der Vespa Velutina

Im Sommer zieht das Volk in sog. Sekundärnester um, die ca. 70 - 80 cm Durchmesser und bis zu 1 m Höhe haben können und sich meist in großer Höhe in Baumkronen befinden.

Die Asiatische Hornisse 
im Vergleich zur Europäischen Hornisse

Bildveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Thomas Beissel (www.velutina.de↗).

Vespa Velutina in Neunkirchen-Seelscheid

Im Jahr 2024 ist die Vespa Velutina in Neunkirchen-Seelscheid und in den umliegenden Ortschaften angekommen. Bereits 2025 war sie verteilt über das Gemeindegebiet in unterschiedlicher Stärke an nahezu allen Bienenständen unserer Vereinsmitglieder präsent. Im Laufe des Jahres gab es mehrere Nestmeldungen im gesamten Gemeindegebiet.

Bekämpfung

Die Vespa Velutina steht auf der EU-Liste der gebietsfremden invasiven Arten. Leider wurde sie im Jahr 2025 durch die EU als "etabliert" eingestuft. Dies bedeutet, dass die Behörden nur noch in Ausnahmefällen die Kosten für die Bekämpfung übernehmen. Die Beseitigung eines Nestes liegt daher in der Regel in Verantwortung der Grundstückseigentümer. Diese müssen auch die Kosten dafür tragen, sofern sie nicht im Rahmen ihrer Hausrat- oder Gebäudeversicherung entsprechend versichert sind. 

Nester der Vespa Velutina können jederzeit  ohne vorherige behördliche Genehmigung entfernt werden, sofern vorher durch eine fachkundige Person, z.B. Wespen- und Hornissenberater oder Schädlingsbekämpfer festgestellt wurde, dass es sich tatsächlich um ein Nest der Vespa Velutina handelt. 

Die Bekämpfung der Embryonal- und Primärnester ist meist recht einfach, so dass sich die Kosten dafür im Rahmen halten. Jedes erfolgreich bekämpfte Primärnest verhindert die Entstehung des Sekundärnestes.

Auch wenn ein hoch im Baum hängendes Sekundärnest auf den ersten Blick keine unmittelbare Bedrohung oder Belästigung darstellt, sollten die Nester dennoch im Interesse des Naturschutzes, unserer Biodiversität und der Eigentümer entfernt werden. Ein nicht bekämpftes Sekundärnest produziert im Spätsommer und Herbst mehrere hundert neue Königinnen. Selbst wenn davon nur ein geringer Teil erfolgreich den Winter übersteht, können im Umfeld im nächsten Jahr mehrere neue Nester entstehen.

Bitte bekämpfen Sie die Nester nicht selber. Dies ist insbesondere auf Grund der Verwechslungsgefahr mit geschützten heimischen Faltenwespen nicht erlaubt und bei sachfremdem Vorgehen gefährlich. Die Entfernung darf nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Sichtungen der asiatischen Hornisse  sollen per Mail mit Foto an die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises↗  oder auf dem Meldeportal des Landes Nordrhein-Westfalen   gemeldet werden, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. 

Weitere Bilder und Informationen zu den beiden Hornissenarten finden Sie auf der Seite des NABU↗ (Naturschutzbund Deutschland) oder - mit Meldemöglichkeit - auf der Seite www.velutina.de↗ .

Nestsuche - Dochtglasmethode

Um unsere heimische Insektenwelt und unsere Bienenvölker zu schützen, muss versucht werden, den Bestand der Vespa Velutina zu überwachen, gering zu halten und die Verbreitung einzudämmen. Hierbei hat sich die "Dochtglasmethode" bewährt. Mit Hilfe des Lockstoffes im Dochtglas läßt sich mit etwas Glück überprüfen, ob die Vespa Velutina in der näheren Umgebung ein Nest hat. Durch Beobachtung der Abflugrichtung und Messung der Abwesenheitszeiten der Vespa Velutina vom Dochtglas läßt sich zudem feststellen, in welcher Richtung und Entfernung sich das Nest befindet. 

Weitere Informationen zur Dochtglasmethode können Sie hier als PDF herunterladen.

Schutz der Bienenvölker

Der Kreisimkerverband Krefeld-Viersen e.V. stellt auf seiner Homepage eine Hilfestellung für Imkerinnen und Imker  zum Verhalten der Vespa Velutina und Maßnahmen zum Schutz der Bienenvölker zum Download (Pdf) bereit.

Als Schutz der Bienenvölker vor der Asiatischen Hornisse bewähren sich gittergeschützte Fluglöcher, sog. Maulkörbe (siehe Bild unten). Eine Bauanleitung können Sie von der Seite bienen.ch herunterladen (Pdf).

Sobald es etwas kühler wird, keine Drohnen mehr im Volk sind und die Bienen nicht mehr ausfliegen, sollte das Flugloch zusätzlich durch ein Absperrgitter gesichert werden, um ein Eindringen der Velutina in den Bienenstock zu verwehren.

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