Asiatische Hornisse (Vespa Velutina)

Vespa Velutina in Neunkirchen-Seelscheid

Im Jahr 2004 kam in Marseille mit einer Schiffsladung Tonwaren eine Königin der aus Südostasien stammenden Vespa Velutina an. Seitdem breitet sie sich in Europa unaufhaltsam weiter aus. 

Im Jahr 2014 trat sie erstmals im Südwesten Deutschlands, 10 Jahre später, im Jahr 2024 erstmals in Neunkirchen-Seelscheid auf. Bereits 2025 jagte sie verteilt über das gesamte Gemeindegebiet an nahezu allen Bienenständen unserer Vereinsmitglieder nach Bienen. 

Sichtungen der asiatischen Hornisse  sollen auf dem Meldeportal des Landes Nordrhein-Westfalen ↗   oder per Mail mit Foto an die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises↗  gemeldet werden.

Die Vespa Velutina wird in Deutschland nicht mehr ausgerottet werden können und sich weiter verbreiten. Die Bekämpfung und damit Eindämmung ist aber durchaus möglich. Sie muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger im Interesse  des Naturschutzes verstanden werden.

Hierbei beraten und unterstützen wir Sie gerne. Sollten Sie ein Nest in Ihrem Garten oder in der Region Neunkirchen-Seelscheid entdecken, so melden Sie dies bitte mit Ihren Kontaktdaten und wenn möglich einem Foto an info@bzv-nkse.de. Wir setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung und besprechen das weitere Vorgehen.

Bekämpfung

Die Vespa Velutina steht auf der EU-Liste der gebietsfremden invasiven Arten. Leider wurde sie im Jahr 2025 durch die EU als "etabliert" eingestuft. Dies bedeutet, dass sie weiter bekämpft werden soll, die Behörden aber nur noch in Ausnahmefällen die Kosten dafür übernehmen. Die Beseitigung eines Nestes liegt nun in der Regel in Verantwortung der Grundstückseigentümer. Diese müssen die Kosten dafür tragen, sofern sie nicht im Rahmen ihrer Hausrat- oder Gebäudeversicherung entsprechend versichert sind. 

Bitte bekämpfen Sie die Nester nicht selber! Dies ist insbesondere auf Grund der Verwechslungsgefahr mit geschützten heimischen Faltenwespen nicht erlaubt und bei sachfremdem Vorgehen gefährlich. Ausschließlich fachkundige Personen, z. B. Wespen- und Hornissenberater oder Schädlingsbekämpfer dürfen Nester jederzeit ohne vorherige behördliche Genehmigung entfernen. Die Bekämpfung der Embryonal- und Primärnester ist meist recht einfach, so dass sich die Kosten dafür im Rahmen halten. Dabei verhindert jedes erfolgreich bekämpfte Primärnest die Errichtung des Sekundärnestes.

Die meist hoch im Baum hängenden Sekundärnester stellen auf den ersten Blick keine unmittelbare Bedrohung dar. Dennoch sollten die Nester im Interesse des Naturschutzes, der Biodiversität und letztlich auch der Grundstückseigentümer entfernt werden. Ein nicht bekämpftes Sekundärnest produziert im Spätsommer und Herbst mehrere hundert neue Königinnen. Selbst wenn davon nur ein geringer Teil erfolgreich den Winter übersteht, können im Umfeld im nächsten Jahr mehrere neue Nester entstehen.

Einige Informationen zur  Vespa Velutina

Vespa Velutina (Asiatische Hornisse)

Die Vespa Velutina (Bild oben) ist etwas kleiner und dunkler als die Europäische Hornisse (Vespa Crabro, Bild unten). 

Vespa Crabro (Europäische Hornisse)

Dort, wo sich die Vespa Velutina bereits etabliert hat,  tritt sie deutlich häufiger auf als die Vespa Crabro. So baut die Vespa Velutina ca. 10 Nester/km2 mit einer Volksstärke von 1.000 bis 2.500 Hornissen/Nest während die Vespa Crabro nur ca. ein Nest/km2 mit ca. 400 - 700 Hornissen/Nest errichtet.

Darüber hinaus ist sie eine geschickte Jägerin und braucht viel Nahrung, um ihre Brut aufzuziehen. So benötigt alleine ein Volk der Vespa Velutina pro Jahr ca. 11 kg Insektenmasse, vorzugsweise Bienen, um die Brut erfolgreich aufzuziehen.

Die Vespa Velutina befährdet damit unsere Bienenstände, ist aber nicht nur ein Problem für uns Imkerinnen und Imker. Wenn keine Bienenstände in der Nähe sind oder diese gut geschützt sind, nutzt die Velutina andere Nahrungsquellen. Ihr hoher Nahrungsbedarf gefährdet unsere heimische Insektenwelt, darunter auch geschützte Arten. Dies hat wiederum negative Auswirkungen auf unsere heimischen Vogelarten, da deren Nahrungsgrundlage reduziert wird. Damit gefährdet die Velutina die gesamte Biodiversität in unserer Region!

Darüber hinaus können insbesondere die in Bodennähe befindlichen Primärnester für die Bevölkerung gefährlich werden. Der Stich der Vespa velutina ist ähnlich  gefährlich wie der Stich unserer heimischen Wespen und der Europäischen Hornisse. Allerdings ist die Velutina bei der Verteidigung ihrer Nester deutlich aggressiver als ihre europäische Verwandte. Von einem Nest sollte daher mindestens 10 Meter Abstand gehalten werden.

Primärnest der Vespa Velutina

Im Frühjahr errichtet die Königin ein kleineres Primärnest in Handballgröße meist in geschützten Bereichen (Hecken, Büsche, Gartenhaus, Schuppen etc.) in Bodennähe. Dieses ist unten geschlossen und hat das Flugloch seitlich. Die Europäische Hornisse dagegen hat das Flugloch unten.

Sekundärnest der Vespa Velutina

Im Sommer zieht die Völker meist in sog. Sekundärnester um, die ca. 70 - 80 cm Durchmesser und bis zu 1 m Höhe haben können und sich in großer Höhe in Baumkronen befinden. Sofern genug Platz ist und wenig Störungen vorhanden sind, verbleiben manche Völker in ihren Primärnestern und bauen diese weiter aus. 

Die Asiatische Hornisse 
im Vergleich zur Europäischen Hornisse

Bildveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Thomas Beissel (www.velutina.de↗).

Weitere Bilder und Informationen zu den beiden Hornissenarten finden Sie auf der Seite des NABU↗ (Naturschutzbund Deutschland) oder auf der Seite www.velutina.de↗ .

Vespa Velutina in Neunkirchen-Seelscheid

Hier sehen Sie einige Bilder von Nestern aus Neunkirchen-Seelscheid. 

Nestsuche - Dochtglasmethode

Um unsere heimische Insektenwelt und unsere Bienenvölker zu schützen, muss versucht werden, den Bestand der Vespa Velutina zu überwachen, gering zu halten und die Verbreitung einzudämmen. Hierbei hat sich die "Dochtglasmethode" bewährt. Mit Hilfe des Lockstoffes im Dochtglas läßt sich mit etwas Glück überprüfen, ob die Vespa Velutina in der näheren Umgebung ein Nest hat. Durch Beobachtung der Abflugrichtung und Messung der Abwesenheitszeiten der Vespa Velutina vom Dochtglas läßt sich zudem feststellen, in welcher Richtung und Entfernung sich das Nest befindet. 

Weitere Informationen zur Dochtglasmethode können Sie hier als PDF herunterladen.

Schutz der Bienenvölker

Der Kreisimkerverband Krefeld-Viersen e.V. stellt auf seiner Homepage eine Hilfestellung für Imkerinnen und Imker  zum Verhalten der Vespa Velutina und Maßnahmen zum Schutz der Bienenvölker zum Download (Pdf) bereit.

Als Schutz der Bienenvölker vor der Asiatischen Hornisse bewähren sich gittergeschützte Fluglöcher, sog. Maulkörbe (siehe Bild unten). Eine Bauanleitung können Sie von der Seite bienen.ch herunterladen (Pdf).

Sobald es etwas kühler wird, keine Drohnen mehr im Volk sind und die Bienen nicht mehr ausfliegen, sollte das Flugloch zusätzlich durch ein Absperrgitter gesichert werden, um ein Eindringen der Velutina in den Bienenstock zu verwehren.

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